Studie: Biogas schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze

Studie: Biogas schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze

Erstellt von Silke Pöstinger in News 01 Juni 2026

Ende Mai veröffentlichte die Servicestelle für Erneuerbare Gase (SEG) eine neue Studie zu den volkswirtschaftlichen Effekten der Biomethanproduktion in Österreich. Diese quantifiziert die makroökonomischen Effekte eines Ausbaus der heimischen Biomethanproduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

 

Analysiert wurden sowohl Einmaleffekte durch die Investition als auch jährliche Betriebseffekte sowie die dadurch entstehenden fiskalischen Rückflüsse.
Im Kern ergibt sich dabei folgendes Bild:

 

Effekt je produzierter TWh (Ø) Investitionseffekt (1x) Betriebseffekt (jährlich)
Vollzeitarbeitsplätze (VZÄ) 5.100 3.200
Investitionsvolumen € 560 Mio. € 110 Mio.
Bruttowertschöpfung Inland € 390 Mio. € 160 Mio.
Fiskalische Rückflüsse € 140 Mio. € 55 Mio.

 

Besonders deutlich wird: Mit dem Ausbau von Biomethan bleiben Wertschöpfung und Beschäftigung zu einem großen Teil im Inland. Pro zusätzlicher TWh Biomethankapazität entstehen in der Investitionsphase laut Studie mehrere hundert Millionen Euro an inländischer Bruttowertschöpfung sowie tausende Vollzeitäquivalente. Auch im laufenden Betrieb zeigen sich starke Effekte: Hier werden dauerhaft zusätzliche Arbeitsplätze gesichert und regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt.

 

Bedeutung für den ländlichen Raum

Gerade für den ländlichen Raum ist Biomethan von großer Bedeutung. Die Studie zeigt, dass die laufende Produktion vor allem in Landwirtschaft, Transport, Wartung und technischen Dienstleistungen wirtschaftliche Impulse setzt. Damit entsteht nicht nur erneuerbare Energie, sondern auch eine zusätzliche Einkommensquelle für Betriebe und Zulieferer in den Regionen.

 

Zugleich trägt Biomethan dazu bei, die Abhängigkeit von importiertem Erdgas zu verringern. In einer Zeit, in der Versorgungssicherheit und Resilienz des Energiesystems immer wichtiger werden, ist das ein entscheidender Vorteil.

 

Erneuerbare-Gase-Gesetz als Voraussetzung

Damit dieses Potenzial in Österreich tatsächlich gehoben werden kann, braucht es klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Die Studie macht deutlich, dass der Hochlauf von Biomethan langfristige Planbarkeit und Investitionssicherheit voraussetzt. Genau deshalb ist die rasche Umsetzung des Erneuerbare-Gase-Gesetzes entscheidend. Nur mit einem geeigneten gesetzlichen Rahmen können die notwendigen Investitionen ausgelöst, Produktionskapazitäten aufgebaut und der Beitrag von Biomethan für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung voll ausgeschöpft werden.

 

Derzeit wird in Österreich bekanntlich nur ein Bruchteil des vorhandenen Biomethanpotenzials genutzt. Gleichzeitig ist die Abhängigkeit von fossilen Gasimporten weiterhin enorm und versickern dadurch jährlich 3 bis 5 Milliarden Euro unwiederbringlich im Ausland. Angesichts der neuen Studienergebnisse wäre eine rasche Beschlussfassung des Erneuerbaren-Gas-Gesetzes daher eine klare Win-Win-Situation für Österreich.

 

Biomethan ist weit mehr als ein erneuerbarer Energieträger. Es ist ein Baustein für eine starke, resiliente und wirtschaftlich sinnvolle Energiezukunft in Österreich. Die neue Studie liefert dafür eine wichtige Grundlage und unterstreicht zugleich, wie dringend politische Rahmenbedingungen wie das Erneuerbare-Gase-Gesetz benötigt werden.

 

Hier geht es zur Studie: SEG Wertschöpfungsstudie Biomethan | SEG: Servicestelle Erneuerbare Gase

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