Erneuerbares-Gas-Gesetz: Grüne und Biogasverband werfen Regierung Untätigkeit vor

Erneuerbares-Gas-Gesetz: Grüne und Biogasverband werfen Regierung Untätigkeit vor

Erstellt von Charline Schmidt in News 23 Juni 2026

Grüngasgesetz hängt nach vielen Ankündigungen noch immer in der Warteschleife – Branche warnt vor Pleitewelle

 

Angekündigt hat es Energieminister Hattmannsdorfer ursprünglich noch bis Sommer 2025: Das Erneuerbares-Gas-Gesetz (EGG). Ein Jahr später lässt es noch immer auf sich warten. Die Grünen und der Biogasverband wenden sich nun in einem gemeinsamen Appell an die Bundesregierung.

 

Regierung kündigt an, liefert aber nicht – trotz akuter Energiekrise

„Österreich ist noch immer viel zu abhängig von fossilen Energieimporten, ganz besonders von Gas. Aber anstatt diese Abhängigkeit mit dem EGG zu reduzieren und die heimische Biogasproduktion endlich auf sichere Beine zu stellen, setzt die Bundesregierung mit ihrer Ankündigungspolitik leichtfertig die Existenz österreichischer Betriebe und damit unsere Unabhängigkeit aufs Spiel“, warnt Lukas Hammer, Energiesprecher der Grünen, bei der heutigen Pressekonferenz.

Noch vor der aktuellen fossilen Energiekrise haben sich ÖVP, SPÖ und NEOS im Regierungsprogramm ein Ziel von 6,5 Terawattstunden aus klimafreundlichem Biogas bis 2030 vorgenommen. Bis heute hat die Koalition aber nicht präsentiert, wie man sich diesem Ziel nähern will, kritisiert Lukas Hammer: „Trotz Krise hat die Regierung die Zeichen der Zeit nicht erkannt und immer noch keinen Entwurf für das EGG vorgelegt. Nicht einmal ein Begutachtungsentwurf liegt aktuell am Tisch. Das ist grob fahrlässig, weil unsere Betriebe rasche Lösungen brauchen.“

 

Großes Potenzial bleibt einfach ungenutzt

Dabei hat die Biogas-Produktion in Österreich eine lange Tradition, berichtet Johannes Hauptmann, Obmann des Biogas-Verbands: „Schon 2005 ging die erste Biomethan-Einspeiseanlage Mitteleuropas in Oberösterreich in Betrieb. Heute stehen wir bei 15 Anlagen, die rund 200 Gigawattstunden grünes Gas pro Jahr produzieren. Das Potenzial, das in Österreich gegeben ist, liegt aber bei 20 Terawattstunden, tausenden Arbeitsplätzen und einer Wertschöpfung im Milliardenbereich.“

Um dieses Potenzial auszuschöpfen, braucht es aber klare und zuverlässige Rahmenbedingungen für die Unternehmen: „Die Technik ist ausgereift und die Branche zu Investitionen in erneuerbare Gase bereit – es bedarf jetzt endlich eines verlässlichen gesetzlichen Rahmens gleich dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz für Strom“, fordert Hauptmann daher.

 

Untätigkeit gefährdet Existenz der Betreiber

Statt das enorme Potenzial zu nutzen, bringt die Regierung mit ihrer Untätigkeit bestehende Anlagen an den Rand des Ruins, wie Anlagen-Betreiber Matthäus Gollackner schildert: „Unsere Biogasanlage wurde im Jahr 2005 zur Energieerzeugung aus Gülle und Restgrünland in Betrieb genommen. Neben Ökostrom beliefern wir rund 30 Haushalte und öffentliche Gebäude mit Nahwärme. 2008 haben wir auf Biomethaneinspeisung und eine Biomethantankstelle umgerüstet und in eine Erweiterung investiert. 2023 als das Erneuerbares-Gas-Gesetz schon im Ministerrat diskutiert wurde, wurde die Gasaufbereitungsanlage nochmals erweitert und auf den letzten Stand der Technik gebracht. Da das EGG letztlich nicht beschlossen wurde, stehen wir aktuell vor einer existentiellen Herausforderung: Mangels gesetzlicher Vorgaben wurden Abnahmeverträge nicht verlängert. Diese politische Untätigkeit treibt uns Anlagenbetreiber in den Ruin!“

Gemeinsam fordern Hammer, Hauptmann und Gollackner die Bundesregierung auf, endlich zu handeln und das Erneuerbares-Gas-Gesetz unverzüglich vorzulegen – im Sinne unserer heimischen Unternehmen, der Kund:innen und unserer Unabhängigkeit.

 

Medieninfo: Erneuerbares-Gas-Gesetz GRUENE – Stand: 23. Juni 2026

https://www.youtube.com/watch?v=G2-2qw9MVlQ

2026 06 23 Potential Biomethan in Österreich

2026 06 23 Volkswirtschaftliche Effekte der Biomethanproduktion

Hier geht es zur Studie: https://www.erneuerbaresgas.at/effekte_biomethan

 

 

 

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