Energiezelle Bauhof: Eisenstadt setzt auf Biogas
Bauhof wird zur Energiezelle
Am Eisenstädter Bauhof hat der Bau einer neuen Biogasanlage begonnen. Sie ist Teil einer sogenannten Energiezelle, in der unterschiedliche Formen der Energieerzeugung und -speicherung zusammengeführt werden: eine Photovoltaikanlage mit mehr als 100 kWp Leistung, ein Stromspeicher mit einer Kapazität von über 200 kWh sowie die neue Biogasanlage sollen künftig als gemeinsames System arbeiten. Ziel ist es, Energie möglichst vor Ort zu erzeugen, zu speichern und auch wieder zu verbrauchen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die elektrischen Stadtbusse, deren Batterien mit der vor Ort erzeugten Energie geladen werden sollen.
Aus Bioabfall wird Energie
Kernstück des Projekts ist eine 3a-Biogasanlage, die vom Unternehmen waste2energy geplant und errichtet wurde. Als Ausgangsmaterial dienen unter anderem Grasschnitt und aufbereitete Abfälle aus den Biotonnen der Stadt, aus denen in einem Container Methan gewonnen und anschließend in Strom und Wärme umgewandelt wird. Laut Stadt sollen so jährlich rund 400.000 kWh Strom und 180.000 kWh Wärme entstehen. Die Wärme soll unter anderem für die Trocknung von Strauch- und Baumschnitt eingesetzt werden, der anschließend für die Fernwärme der Burgenland Energie genutzt werden kann. Überschüssiger Strom bleibt über die regionale Raiffeisen-Energiegenossenschaft in der Region.
Reststoffe werden zu Kompost
Mit der Energiegewinnung endet die Verwertung nicht: Der verbleibende Gärrest wird gemeinsam mit dem Umweltdienst Burgenland (UDB) zu sortenreinem Kompost weiterverarbeitet. Damit soll ein regionaler Kreislauf entstehen, in dem Grasschnitt und Biomüll zu Energie werden, Strom die Stadtbusse versorgt, Wärme am Bauhof und in der Fernwärme genutzt wird und am Ende des Prozesses zusätzlich Kompost entsteht.
Teil des Klimafahrplans Eisenstadt 2040
Die Biogasanlage ist ein Baustein des Klimafahrplans Eisenstadt 2040, der laut Stadt rund 40 Maßnahmen in den Bereichen Energie, Mobilität, Gebäude, Stadtentwicklung und Abfallwirtschaft umfasst. Eisenstadt wurde in diesem Zusammenhang als erste und bislang einzige Gemeinde des Burgenlandes als „Pionierstadt“ ausgezeichnet. Bürgermeister Thomas Steiner betont, dass die neue Anlage zeige, wie aus Reststoffen der Stadt Energie für die kommunale Infrastruktur nutzbar gemacht werden könne.
Für den Kompost- und Biogasverband Österreich ist das Eisenstädter Projekt ein anschauliches Beispiel dafür, wie kommunale Bioabfälle regional zu Energie und Kompost verarbeitet werden können – und wie Biogasanlagen als ein Baustein unter mehreren in ein größeres kommunales Energiesystem eingebunden werden können.

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