Energiesouveränität statt fossiler Abhängigkeit

Energiesouveränität statt fossiler Abhängigkeit

Erstellt von Silke Pöstinger in News 04 März 2026

Österreichs Wirtschaft ist aktuell zu über 60% von Energieimporten abhängig, vor allem von Erdöl und Erdgas. Diese hohe Importquote führt bei internationalen Krisen zu massiven Preisausschlägen, weil an den Energiebörsen Risikoaufschläge eingepreist und Lieferkettenengpässe unmittelbar in die Energiepreise durchschlagen. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat sich der Erdgaspreis zeitweise versiebenfacht; im Zuge der jüngsten Eskalationen rund um den Iran sind die europäischen Erdgaspreise um etwa 50% gestiegen. Diese Volatilität landet direkt bei den Endkund:innen – je höher die Abhängigkeit, desto größer der Preiseffekt und die Belastung für Volkswirtschaft und Bevölkerung.

 

Dabei stehen Alternativen bereit: Biomasse und Wasserkraft leisten schon heute einen wesentlichen Beitrag zur österreichischen Energiesouveränität. Dennoch bleiben fossile Abhängigkeiten aufgrund politischer Blockaden und halbherziger Entscheidungen bestehen, der Ausbau erneuerbarer Energien kommt nur schleppend voran. Nicht durchdachte Gesetzesänderungen und das Aufschieben dringend benötigter Verordnungen erhöhen die Unsicherheit bei Unternehmen und Finanzierern und bremsen Investitionen in neue Projekte.

 

Ein zentraler Hebel wäre ein ambitioniertes Erneuerbare-Gase-Gesetz, das seit 2019 verhandelt wird, aber bis heute nicht beschlossen ist. Wären mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz 2021 auch klare Rahmenbedingungen für erneuerbare Gase geschaffen worden, könnten bereits rund 7% des österreichischen Erdgasverbrauchs durch heimisches Biomethan ersetzt werden. Das würde nicht nur Importabhängigkeiten reduzieren, sondern auch Konjunkturimpulse von über 4 Mrd. Euro an Investitionen auslösen. Der laufende Jahresumsatz von etwa 1 Mrd. Euro aus Biomethananlagen bliebe in Österreich, statt in Drittstaaten wie Russland, die USA oder Katar abzufließen.

 

„Die Branche ist bereit. Die Technologie ist da. Was fehlt, ist der klare politische Rahmen“, betont Johannes Hauptmann, Biogas-Obmann des Kompost- und Biogasverbands. Ein robustes Erneuerbare-Gase-Gesetz würde Investitionen in die heimische Wirtschaft anstoßen, die Abhängigkeit von ausländischen Energieimporten reduzieren und damit die Energiesouveränität Österreichs stärken. Aus Sicht des KBVÖ muss dieses Gesetz jetzt finalisiert werden, planbare und stabile Rahmenbedingungen schaffen und so den deutlichen Ausbau von Biomethan und anderen erneuerbaren Gasen ermöglichen.

 

Um diese Anliegen stärker in die öffentliche Diskussion zu bringen, wurde die Medienkampagne „Zukunft Biogas“ (Zukunft Biogas) gestartet. Sie zeigt, wie Biogas und Biomethan aus regionalen Ressourcen Versorgungssicherheit, Wertschöpfung im ländlichen Raum und Klimaschutz verbinden. Der KBVÖ lädt alle Leser:innen ein, sich unter zukunft-biogas.at über die konkreten Chancen für zu informieren, die mit einem ambitionierten Markthochlauf von Biomethan in Österreich einhergehen – und die Forderung nach einem mutigen Erneuerbare-Gase-Gesetz zu unterstützen.

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