ARGE Nachhaltiges Biogas

Projektvorstellung „ARGE Nachhaltiges Biogas“

 

Das EIP-Projekt „ARGE Nachhaltiges Biogas“ verfolgt das Ziel, ein praktikables Tool zu entwickeln, das die ökologische Nachhaltigkeit sowie Effizienz der Biogasproduktion transparent bewertet. Basierend auf einer integrierten Lebenszyklusanalyse (LCA) soll es Landwirt:innen und Biogasanlagenbetreiber:innen helfen, ihre Nachhaltigkeitsperformance zu verbessern und die Anforderungen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie zu erfüllen. Ein wichtiger Aspekt ist die Ersterhebung und Validierung von NUTS-2-Werten, um regionale Unterschiede in Treibhausgasemissionen landwirtschaftlicher Biomasse einschließlich zukunftsrelevanter Substrate wie Zwischenfrüchte und Kulturen wie Silphie besser abzubilden. Diese Daten werden von den Landwirt:innen der OG (u.a. mit KI- und satellitengestützter Datenerfassung) erhoben und fließen direkt ins Tool ein. Zusätzlich wird ein branchenübergreifendes Monitoring-System zur Erhebung und Minimierung von Methanemissionen (LDAR) implementiert, um Emissionen nachhaltig zu minimieren und die Datengrundlage für die Nachhaltigkeitsbewertung zu verbessern.

 

 

 

Projektziele & erwartete Ergebnisse

  • Effizienzsteigerung und Emissionsreduktion
  • Reduktion von betriebsbedingten Methanemissionen
  • Verbesserte Datengrundlage
  • Umfassende Nachhaltigkeitsbewertung
  • Erfüllung und Synergien mit RED II/III-Anforderungen
  • Identifikation von Optimierungspotenzialen und Benchmarking
  • Transdisziplinärer und partizipativer Ansatz
  • Benutzerfreundlichkeit und praxisnahe Integration

 

Projektkonsortium

Die Akteur:innen des EIP-Projektes “Nachhaltiges Biogas” wurden gezielt gewählt, um die Kompetenzen aus Wissenschaft, Praxis, Bildung und Beratung zu bündeln. Diese Zusammensetzung gewährleistet, dass die entwickelten Lösungen sowohl wissenschaftlich fundiert als auch praxisnah und nachhaltig sind.

 

Die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) wurde als wissenschaftlicher Partner eingebunden, da sie über umfassende Expertise in der Analyse von Ressourcenflüsse und Emissionen verfügt. Ihre Hauptaufgabe liegt in der Projektkoordination sowie der Durchführung und Erweiterung der LCA um ökologische Wirkungskategorien. Sie unterstützt bei der Datenerhebung zu organischen Abfällen und begleitet die Einführung eines Freiwilligensystems zur Überwachung von Methanemissionen.

 

Der Kompost & Biogas Verband Österreich (KBVÖ) bringt als Interessensvertretung sowie Bildungs- und Beratungsstelle der österreichischen Kompost- und Biogasbranche umfangreiche Expertise zu rechtlichen und regulatorischen Aspekten ein. Der KBVÖ entwickelt das Excel-basierte Bewertungstool, beleuchtet die Treibhausgasbilanzierung nach RED III und kommuniziert die Projektergebnisse an relevante Zielgruppen. Zudem etabliert er ein freiwilliges Methanemissions-Monitoring und konzipiert die Integration der Ergebnisse in ein Benchmarking-System für einen Betriebsvergleich.

 

Josephinum Research spielt als Forschungseinrichtung im Bereich Agrartechnik und Biomasse eine zentrale Rolle in der Datenerhebung und der Öffentlichkeitsarbeit. Es koordiniert die Datenerhebung entlang der Wertschöpfungskette, einschließlich der Bereitstellungsketten von agrarischen Roh- und Reststoffen, und unterstützt die Nutzung satellitenbasierter Daten der Landwirt:innen. JR stellt sicher, dass die erhobenen Daten valide sind und als Grundlage für die Nachhaltigkeitsbewertung und die Festlegung von NUTS-2-Werten dienen. Darüber hinaus ist sie für die Entwicklung des Kommunikationskonzepts und die Koordination der Erstellung von Projektmaterialien verantwortlich.

 

Die Landwirt:innen der OG wurden aufgrund der regionalen Vielfalt und der wachsenden Bedeutung der Zertifizierung nach RED III eingebunden. Sie liefern Primärfelddaten zu Bereitstellungsketten, Betriebsprozessen und Emissionen, die nicht nur direkt in die Entwicklung des Bewertungstools einfließen, sondern auch Grundlage für die Festlegung der NUTS-2-Werte schaffen. Die 6 beteiligten Landwirt:innen aus verschiedenen Bundesländern (NÖ, OÖ, Stmk., Sbg., Ktn, Vbg.) betreiben selbst Biogasanlagen und beziehen die benötigten Substrate entweder aus eigenem Anbau und/oder werden von anderen Landwirt:innen/Lieferanten mit Einsatzstoffen beliefert.

 

Strategische Partner:innen wie Farmdok, das Umweltbundesamt (UBA), die Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) und das Österreichische Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung (ÖKL) sowie die HBLFA Raumberg-Gumpenstein wurden gezielt ausgewählt, um den Wissenstransfer zwischen Forschung, Praxis und Beratung zu sichern und die nachhaltige Verbreitung der Projektergebnisse zu fördern. Farmdok stellt technische Lösungen und Software für die Datenerhebung bereit, während das UBA seine Expertise in der Berechnung von NUTS-2-Werten einbringt. Die LKÖ und das ÖKL fördern die Wissensvermittlung und stellen Richtwerte als Referenz für die Optimierung von Biogasanlagen. Die HBLFA ergänzt durch Ertragsschätzungen für Grünland via SatGrass-App, fachliche Begleitung und aktiven Wissenstransfer.