Internationale Biogas-Expert:innen treffen sich in Österreich
Von 20. bis 22. Jänner 2026 fand das internationale Arbeitstreffen des IEA Bioenergy Task 37 „Energy from Biogas“ erstmals seit mehr als 10 Jahren wieder in Österreich statt. Rund 15 Fachleute aus mehr als 10 Ländern, aus Forschung, Verwaltung und Wirtschaft kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen und strategische Schwerpunkte für den globalen Ausbau von Biogas und Biomethan zu diskutieren.
Der Auftakt erfolgte im Haus der Digitalisierung der ecoplus in Tulln, wo die Task-Mitglieder das Arbeitsprogramm für 2026 weiterentwickelten und Einblicke in die Situation der Biogaswirtschaft in verschiedenen Ländern erhielten. Fachvorträgen von Stefanie Königsberger (AGCS) und Florian Kamleitner (Plattformleiter Green Transformation & Bioökonomie der ecoplus) folgten länderspezifische Statusberichte zu Österreich (Florian Brunner, KBVÖ) und Irland (David Wall, University College Cork). Im Anschluss fand auch noch eine Führung durch die Forschungsstätten des IFA-Tullns (Institut für Agrarbiotechnologie) statt, in dem es auch eine eigene Biogas-Arbeitsgruppe gibt.
Der zweite Tag fand im Haus der Erneuerbaren Energien in Wien statt. Dabei wurde intensiv an Berichten und Arbeitspaketen weitergearbeitet. Der KBVÖ übernahm dabei nicht nur die Gastgeberrolle, sondern organisierte im Anschluss auch eine praxisnahe Exkursion zur Biogasanlage in Bruck an der Leitha. Vor Ort zeigte Bernadette Mauthner, wie aus Abfällen Biomethan und hochwertiger Dünger entstehen. Für zusätzliche Innovationsimpulse sorgte Andreas Krammer (Montanuniversität Leoben) mit der Vorstellung der katalytischen Power-to-Gas-Versuchsanlage, die am Standort betrieben wird. Beide Beispiele zeigen eindrucksvoll, wie Österreich Forschung, Innovation und Praxis im Biogassektor erfolgreich miteinander vernetzt – ein Kernthema, das auch die internationale ExpertInnengruppe besonders interessierte.
Den Abschluss des Meetings bildete die Teilnahme an der 8. Central European Biomass Conference (CEBC) in Graz. Gemeinsam mit dem IEA Bioenergy Task 42 „Biorefining in a Circular Economy“ organisierte Task 37 eine vielbeachtete Session mit dem Titel „Biogas meets Biorefinery“. Dabei wurden Synergien zwischen Biogasanlagen und Bioraffinerie-Konzepten aufgezeigt – von der Nutzung biogener Reststoffe bis zur Herstellung organischer Säuren.
Die Resonanz auf den österreichischen Gastgeber war durchweg positiv: Die enge Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Verbänden wie dem KBVÖ wurde als vorbildlich hervorgehoben.
Das Treffen hat gezeigt: Österreich ist nicht nur ein Land mit großer Biogas-Tradition, sondern auch ein Ort, an dem internationale Zusammenarbeit gelebt wird. Der KBVÖ wird die künftigen Arbeiten des Task 37 weiterhin aktiv begleiten und so dazu beitragen, dass Biogas und Biomethan ihren festen Platz in der globalen Energiezukunft einnehmen.




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