Stroh und Mist ersetzen russisches Gas

Stroh und Mist ersetzen russisches Gas

Erstellt von Andrea Oetl in News 26 Sep 2022

CO²-Reduktionsziele und steigende Energiepreise machen alternative Formen zur Energiegewinnung und vor allem auch die Biomethanproduktion aus organischem Abfall notwendiger als je zuvor. Alleine in Österreich könnten 20% des derzeitigen Gasbedarfs durch Biomethan aus Reststoffen abgedeckt werden.

 

Das weltweit tätige Unternehmen BioG GmbH aus Utzenaich, spezialisiert auf die kaskadische Nutzung von Feldresten und organischem Abfall, präsentierte am Samstag, 10.09.2022 die gesamte Reststoffnutzungskette bis zur Biomethan Tankstelle live.

 

Das Interesse war groß. Unter den ca. 600 Besuchern waren nicht nur Biogasanlagenbetreiber und Anlagenbauer, auch die Bevölkerung zeigte großes Interesse und auch politische Entscheidungsträger waren vor Ort, um sich über den Stand der Technik und das Potential zu informieren.

 

Schwerpunkt der Veranstaltung war die Darstellung in verschiedenen Stationen, wie Feldreste geerntet, aufbereitet und daraus Biomethan produziert wird. Feldreste sind jene Materialien die normalerweise nach der Ernte des Korns am Feld ungenutzt liegen bleiben wie Maisstroh, Rapsstroh, Sojastroh, da diese aufgrund der inhomogenen Konsistenz und hohen Feuchtigkeit problematisch für eine weitere Verwendung sind.  Das Unternehmen BioG, das selbst aus einer Biogasproduktionsgemeinschaft entstanden ist, hat über 15 Jahre die dafür notwendige Technik entwickelt welche mittlerweile weltweit zum Einsatz kommt.

 

Das Potential ist enorm, so kann zum Beispiel 1 ha Maisstroh ca. 1200 l Öl ersetzen und dadurch ca. 4 to CO² eingespart werden. Im Gegenzug benötigt man je nach Erntetechnik ca. 30-40 l Treibstoff für den Abtransport dieser Feldreste, also durchaus eine vorzeigbare Bilanz. Das daraus gewonnene Biomethan kann sehr vielseitig verwendet werden wie z.B als Treibstoff für Autos, LKW´s oder Traktoren, welche ebenfalls an diesem Live Tag vorgeführt wurden. Hoch attraktiv ist Biomethan aber vor allem auch als Ausgleichsenergie für PV und Wind da damit die gefürchteten Lastspitzen ausgeglichen werden können. Das Ganze ergibt einen sinnvollen natürlichen erneuerbaren sowie CO2 neutralen Kreislauf. Durch die Nutzung dieser Reststoffe werden in der Folge eine Menge an regionalen Wirtschaftsprozessen auslöst welche gleichzeitig die Umwelt schützt und einen vielseitig einsetzbaren Energieträger erschafft.

 

Ca. 300 Biogasanlagen wurden mittlerweile weltweit auf dieses Verfahren umgerüstet und auch Erdölkonzerne, arbeiten mit dieser Technik aus dem Innviertel. Die von BioG umgerüsteten Anlagen ersetzen so täglich ca. 1,5 Millionen lt. Öl durch Feldreste.

 

Premiere: die Biogas Hoftankstelle

 

Die Forderung um die Unabhängigkeit bei Energie hat zur Entwicklung einer Hoftankstelle geführt welche Biogasanlagen ermöglicht ihr eigenes Biomethan im LKW, Traktor oder Auto zu tanken. BioG präsentierte im Rahmen der Veranstaltung ein praxistaugliches Konzept einer Hoftankstelle, dessen Technik das Biomethan soweit aufbereitet, dass es direkt zum Antrieb von Gasmotoren genutzt werden kann.

 

New Holland zeigte das bei den Vorführungen mit seinen Gastraktoren – der Landwirt als Energieproduzent, der sich auch mit Treibstoff selber versorgen kann. Das ist nicht nur ein Ausblick in die Zukunft, einige landwirtschaftliche Betriebe haben dies bereits realisiert.

 

(Quelle: Pressemitteilung von BioG)

 

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