ÖWAV Arbeitsgruppen

ÖWAV Arbeitsgruppen

Erstellt von Silke Pöstinger in News 05 Mrz 2018

Der „Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband“ (ÖWAV) unterstützt seit Langem Arbeitsausschüsse zum weiten Themenfeld der biologischen Abfallbehandlung. Ursprünglich befassten sich die Experten der Arbeitsgruppen mit „Müllkompostierung“ und „mechanisch, biologischer Abfallbehandlung“ (MBA) nach dem Inkrafttreten der Kompostverordnung bzw.  dem Erscheinen der „Richtlinie Stand der Technik der Kompostierung“ wurde intensiv an Regeln für die Behandlung von getrennt gesammelten, biogenen Abfällen gearbeitet und der Bereich der MBA verlor mehr und mehr an Bedeutung. Der Unterschied zwischen Normen und Regelblättern, Arbeitsbehelfen bzw. Leitfäden des ÖWAV besteht darin, dass sich Normen in erster Linie mit technischen Details auseinandersetzen, ÖWAV-Regelwerke jedoch die Möglichkeit bieten Anleitungen für den Umgang mit Abfällen bzw. den Betrieb von Anlagen zu formulieren.

 

Eine erste wesentliche Arbeit im Arbeitsausschuss „Aerobe Abfallbehandlung“ war die Erstellung des ÖWAV-Regelblattes 518 „Anforderungen an den Betrieb von Kompostierungsanlagen“. Darin finden sich rechtliche Grundlagen für die Kompostierung genau so wie fachliche und technische Grundlagen bzw. Anforderungen an die verschiedenen Bereiche in einer Kompostanlage. Das Regelblatt 518 ist im Jahr 2009 erschienen.

 

Auch für die „Anaerobe Abfallbehandlung“ wurde ein Arbeitsausschuss eingerichtet. Das Ergebnis ist das ÖWAV-Regelblatt 515 „Anforderungen an den Betrieb von Biogasanlagen“, das im Jahr 2013 erschienen ist.

 

Parallel dazu wurde im Arbeitsausschuss „Aerobe Abfallbehandlung“ der ÖWAV-Leitfaden „Küchen- und Speiseabfälle sowie ehemalige Lebensmittel tierischer Herkunft“ erarbeitet, der ebenfalls 2013 erschienen ist. 2015 wurde der ÖWAV-Arbeitsbehelf 44 „Herstellung von Komposterden (Mischungen aus Kompost und Bodenaushubmaterial) veröffentlicht.

 

Der Arbeitsausschuss „Aerobe Abfallbehandlung“ war auch die Basis für Vorarbeiten zum Thema Kompost und Biogas im Bundesabfallwirtschaftsplan 2011. Es konnte Expertenwissen in Textentwürfe eingearbeitet werden, die dem BMLFUW zur Verwendung im BAWP gesendet wurden.

 

Im Jahr 2015 wurde mit dem Arbeitsausschuss „Biogene Abfälle“ ein gemeinsames Dach für Arbeiten auf dem Gebiet der biologischen Abfallbehandlung geschaffen. Unter anderem konnten Vorarbeiten für den BAWP 2017 geleistet werden. Aktuell befasst sich der Arbeitsausschuss mit der Erstellung des ÖWAV-Arbeitsbehelf 58 „Verwertung von ausgewählten Holzabfällen (Abfall, Nebenprodukt und Abfallende), da auch im Umgang mit unbehandeltem Holz große Unsicherheiten bestehen, welcher Behandlungsweg eingeschlagen werden soll. Die Diskussionen der Experten aus verschiedenen Branchen, die mit Holzabfällen arbeiten, zeigen, wie wichtig exakte Definitionen und Zuordnungen von einzelnen Abfallgruppen sind. Für den KBVÖ bleibt weiterhin das wichtigste Anliegen, dass Holzabfälle, die als Strukturmaterial geeignet sind, auch tatsächlich in Kompostanlagen landen.

 

Nach der Fertigstellung des Arbeitsbehelfes soll begonnen werden das Regelblatt 518, das zu diesem Zeitpunkt ca. 10 Jahre alt sein wird zu überarbeiten um den aktuellen Stand der Technik darin abzubilden.

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