Was ist Kompostierung?

Kompostierung

Ein zentraler Bestandteil der natürlichen Kreisläufe ist der biologische Abbau, bei dem Bakterien und Pilze Biomasse  in Humus umwandeln und so eine wichtige Grundlage für neues Wachstum schaffen. Dieses Prinzip hat der Mensch über Jahrhunderte genutzt und „Kompostierung“ genannt.

Kompostierung ist der biologische Abbau und Umbau organischer Abfälle und Reststoffe unter aeroben Bedingungen (mit Luftsauerstoff). Resultat des Prozesses ist Kompost, der als Bodenverbesserungs- und Düngemittel genutzt wird.
In der biologischen Abfallwirtschaft hat die Kompostierung einen hohen Stellenwert. Rund 50 % der Haushaltsabfälle sind Bioabfälle, die auf dem Wege der Kompostierung recycelt und so nutzbar gemacht werden. Über die Kompostierung werden in Österreich heute rund 1.400.000 to Bioabfälle verwertet.
Kompost ist der älteste und natürlichste Dünger und Bodenverbesserer den wir kennen. Er wird aus organischen Reststoffen des Haushaltes und des Gartens hergestellt. Er leistet einen wesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung des Bodens und zur Ernährung der Pflanzen. Jeder Gartenbesitzer sollte kompostieren. Der Kompost stellt einen sinnvolle Wiederverwertung organischer Abfallstoffe dar. Ein gut gelungener Kompost ist das wichtigste und beste Düngemittel für den Boden, die Bodenorganismen und Pflanzen.

 

Abfallwirtschaft

 

Unsere heutige Abfallwirtschaft ist darauf ausgerichtet, Abfälle getrennt zu sammeln und zu verwerten. Seit Einführung der getrennten Sammlung biogener Abfälle bestand in vielen Bundesländern ein klares strategisches Votum für die Förderung der Hausgarten- oder Eigenkompostierung und der dezentralen Kompostierung. Das wesentliche Motiv lag in der Ressourcenschonung in den Bereichen Transport, Sammellogistik, Anlagenkapazitäten, Bodenverbesserungsmittel und Substrate auf Torfbasis sowie Mineraldüngerverbrauch. In den Bundesländern wurden in der Aufbauphase Anfang der 90er Jahre die Landesverbände Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Tirol gegründet und spezifische Ausbildungsprogramme für Landwirte angeboten und vorgeschrieben (Ausbildung zum Kompostfachkundigen) und Förderungen für Bau und Maschinenausstattung gewährt.
Eine Besonderheit dieser dezentralen, kleinräumigen Lösungen stellt die Kompostierung der getrennt gesammelten biogenen Abfälle durch Landwirte dar, die den hergestellten Kompost überwiegend auf den eigenen landwirtschaftlichen Flächen einsetzen – die so genannte Landwirtschaftliche Kompostierung.
Dieses Modell hat sich in Österreich als einzigem Europäischen Land (!) als wesentlicher Faktor in der biologischen Abfallbewirtschaftung durchgesetzt und bewährt. Diese Erfahrungen werden von uns nach wie vor europaweit an Interessierte weitergegeben.
Nach 8 bis10 Jahren getrennter Sammlung konnte der Organikanteil im Restmüll von durchschnittlich 30 auf 11 bis 23 %, je nach verschiedenen Erhebungen, gesenkt werden. Wesentlich ist aber aufgrund der sich stetig verändernden Gesamtzusammensetzung des Restabfalls nicht der relative Anteil, sondern die absolute spezifische Menge je Einwohner oder Haushalt. Und hier zeigt sich, dass mit Werten zwischen 10 und 55 kg EW-1a-1 zwar große regionale Unterschiede bestehen, jedoch schon ein erheblicher Erfolg der getrennten Sammlung zugeschrieben werden kann.