Die Welt ist erneuerbar!



Die Naturfreunde Österreich haben am, 23.5.08 eine Umweltkonferenz in Linz unter dem Motto "Die Welt ist erneuerbar!" - Herausforderung Klimawandel: Auswirkungen und Gegenstrategien veranstaltet.
 
Mehr als 250 interessierte Personen folgten der Einladung um sich über den aktuellen Wissensstand der Klimaproblematik und mögliche Auswege daraus zu informieren.

Der grundsätzliche Konsens der Referenten war, dass der Klimawandel unvermeidlich kommen wird und nun die Frage besteht, wie die Gesellschaft diesen möglichst eindämmen kann. Dabei sind entsprechende Rahmenbedingungen für Energiespar- und Effizienzvorgaben, sowie die Unterstützung der erneuerbaren Energiewirtschaft zentrale Bestandteile. Die Entscheidung über eine nachhaltige und damit zukunftsfähige Lebensweise der Menschheit muss dabei durch vorausschauende politische Entscheidungen unterstützt und auch von der Gesellschaft eingefordert werden.
 
Wir leben nicht mehr von den  erneuerbaren Zinsen sondern vom Kapital unserer Umwelt. Jedem Ökonomen sollte klar sein, dass dies zu einer Pleite führen muss, wenn nicht schnellstmöglich umgesteuert wird.  Auch die sozialen Folgen für einen großen Teil der Weltbevölkerung werden durch erhöhte Kriegsgefahr, Wanderungsbewegungen und damit Entwurzelung fundamentale Änderungen in der westlichen Welt hervorrufen. Sich auf diese Entwicklungen einzustellen, indem z.B. endlich die auch vertraglich vereinbarten Entwicklungsgelder für lokale Projekte in den betroffenen Weltregionen fließen, können dazu beitragen den örtlichen Gesellschaften eine Zukunft zu bieten. So oder so werden wir uns auf massive gesellschaftliche Veränderungen einstellen müssen und je früher wir mit den Überlegungen dazu anfangen und auch mit zeitlich verbindlichen Vereinbarungen diese umsetzen, desto geringer werden die Auswirkungen für alle Beteiligten auf diesem einzigen, für Menschen bewohnbaren Planeten.

Die österreichische Klimaexpertin Helga Kromp-Kolb fordert „Eine Wende ist innerhalb von 10 Jahren notwendig, um überhaupt eine Chance auf Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu haben. Sie stellte in Ihrem Vortrag weiterhin dar,  dass der durch die Klimaveränderungen verursachte Meeresanstieg und der durch die Temperaturerhöhung bedingte Wassermangel ca. 150 Mio. Menschen betrifft. Es wird daher zu massiven Wanderungsbewegungen kommen auf die wir uns einstellen müssen. Der Klimawandel kann auch als Chance verstanden werden, das Zusammenleben auf unserem Planeten in sozialen und wirtschaftlichen Bereichen so umzubauen, dass alle Menschen an den Geschenken der Natur teilhaben können. Zwingend ist dabei aber die Bedingungen des natürlichen Umweltkreislaufes zu beachten und nicht wieder einen Raubbau an der Natur zu fördern.

Der Ökonom von der Uni Wien, Peter Weish wies darauf hin, das  „Das sich abzeichnende Ende des „Erdölzeitalters“ unausweichlich zu einer Energiewende führt. Notwendig dazu ist eine „Gesamtalternative“. Das bedeutet, zukunftsfähige Konzepte im Zusammenhang zu sehen und gemeinsam umzusetzen. Beispielsweise muss „Kostenwahrheit“ (im Sinne des Verursacherprinzips) verwirklicht werden, um richtige Preissignale zu setzen. „Eine andere Welt ist nicht nur möglich, sondern auch notwendig."

Sepp Friedhuber, Biologe, Buchautor und Fotograf hat durch intensive Forschungen der Arktis und Antarktis erschütternde Auswirkungen feststellen müssen. Seiner Meinung nach, wird die Menschheit die Klimaspirale nicht zurückdrehen können, daher sollten wir uns so schnell wie möglich auf die Szenearien der Zukunft einstellen und ehestmöglich Anpassungsmaßnahmen treffen.
 
Hubert Fechner von Arsenal Research: „Der Trend zu einer erneuerbaren Energiezukunft ist klar absehbar; die Frage ist einzig, wie rasch und wie konsequent die energiepolitischen Weichen gestellt werden, um Österreichs Wirtschaft die Chance zu geben, sich in diesen Zukunftstechnologien positionieren zu können.“ Im Gegensatz zu der momentan propagandierten Darstellung der österreichischen Klimapolitik kommt Herr Fechner zum dem Ergebnis: „Österreich wir fossiler“.

Sie können die Referate aller Vortragenden unter: http://www.naturfreunde.at/ herunterladen.