Gesamtösterreichischer Aktionstag mit Erfolg durchgeführt
Ökostromausbau spart 450 Millionen Euro jährlich
21 Biogasanlagen demonstrierten letzte Woche den unverzichtbaren Beitrag der Bioenergie zu Klimaschutz und sicherer, leistbarer Energieversorgung – Voraussetzung: Ökostromgesetz neu
Am 4.4. 08 fanden österreichweit Biogasaktionstage statt. Organisiert von der ARGE Kompost & Biogas Österreich und dem österreichischen Biomasseverband wurden dazu zeitgleich Parlamentarier, Landtagsabgeordnete, Bürgermeister, Interessensvertretungen etc. eingeladen. Grund der Veranstaltung war die Darstellung der Biogastechnologie und die durch ungenügende Rahmenbedingungen verursachten Schwierigkeiten. Um in direkten Gesprächen diese Dinge zu diskutieren wurden auf 21 Anlagen Vorträge und Führungen organisiert.
Ein österreichweites Problem ist, dass der Anteil des erneuerbaren Stroms kontinuierlich sinkt, die europäischen Zielvorgaben so nicht zu erreichen sind und dadurch Kyoto weit verfehlt wird. Dies hat zur Folge, dass Österreich CO2 -Zertifikate zukaufen muss, um die vertraglichen Vereinbarungen zu erfüllen.
„2012, am Ende der Kyoto-Periode, werden uns fossile Energieträger, der gestiegene Strombedarf und die Kosten für CO2 -Zertifikate bereits 450 Millionen Euro mehr kosten, als ein möglicher Zubau beim Ökostrom“, warnt Heinz Kopetz vom österreichischen Biomasseverband.
Wirtschaft braucht „Ökostromgesetz neu“ jetzt
Franz Kirchmeyr, Leiter des Fachbereichs Biogas der ARGE Kompost & Biogas Österreich, drängt zu raschem Handeln: „Österreich hat seinen Vorsprung im Ausbau der Erneuerbaren und besonders in der Technologieentwicklung durch die Politik der letzten Jahre verspielt und lässt einen aufstrebenden Wirtschaftszweig völlig im Stich.“
323 Unternehmen erzeugen bereits Strom aus Biogas für 180.000 Haushalte, 1.500 Personen sind im Biogasbereich beschäftigt, 95 % der Wertschöpfung bleiben dabei im Inland. „Wenn wir diese Zukunftstechnologie weiter entwickeln wollen, brauchen wir gesicherte Rahmenbedingungen – und das sofort!“, so Kirchmeyr. Steigende Rohstoffpreise würden in der fossilen Energiewirtschaft ganz selbstverständlich an den Kunden weiter gegeben, der Strompreis an der Leipziger Börse ist seit 2002 um 280 % gestiegen. Die Einspeisetarife für Strom aus Biomasse und Biogas seien hingegen gesenkt worden. „Wir brauchen genauso eine Anpassung der Tarife, wenn die Preise für Mais und Co steigen (bzw. fallen), z. B. durch eine Tarifindexierung (bei einem max. Neubau von 15 MW el. / Jahr). Es kann nicht sein, dass wir das `Futter´ für unsere Anlagen am freien Markt erkaufen müssen, der Erlös für unseren Strom aber dann fix ist.“
Forcierung von Anlagen kleiner Leistung
Neben der Rohstoffanpassung fordern die Fachverbände:
