Schulreferat Kompostierung

Biomüll
In Haushalten und in der Landwirtschaft fallen große Mengen an Bioabfällen an.  Die getrennte Erfassung und Verwertung dieses Biomülls  - oder dieser „biogener Abfälle“, wie die korrekte Bezeichnung lautet, ist in Österreich gesetzlich geregelt.

Foto: Bild: Bioabfall
Biogene Abfälle stellen in den meisten Gemeinden über 30 % der im Haushalt anfallenden Abfälle dar. Sie setzen sich aus den Küchenabfällen der Haushalte (wie etwa Speisereste) sowie aus Gartenabfällen (wie Blumen, Fallobst, Grasschnitt, Laub, Strauch- und Baumschnitt) zusammen.
Als Sammelsystem für Biomüll aus Haushalten hat sich vor allem die Biotonne durchgesetzt. Dabei werden Container mit einem Fassungsvermögen von hauptsächlich 80 und 240 Liter im Holsystem verwendet. In Städten findet man aber auch 1.000 Liter-Sammelgefäße. Durch das Holsystem der Biotonne, aber auch durch das Bringsystem über Sammelzentren („Mistplätze“, „Recyclinghöfe“ etc.) und Mischsysteme werden in Österreich jährlich viele tausend Tonnen an biogenen Abfällen in darauf ausgerichteten Sammelschienen erfasst.

Die Verwertung der biogenen Abfälle erfolgt in kommunalen Anlagen (z.B. Kompostanlage Lobau der Stadt Wien), über Eigenkompostierung (in Gärten) und in landwirtschaftlichen Betrieben auf kleinen bis mittelgroßen Kompostanlagen.

Kompostierung
Bei der Kompostierung werden die biogenen Abfälle durch Bakterien, Pilze und Kleinlebenwesen abgebaut. Am Ende dieses Abbauprozesses steht als Ziel der Kompostierung die Entstehung von stabilem und pflanzenfreundlichem Kompost. (aus dem Lateinischen: componere, zusammensetzen) 
 

Foto: Bild: offene Kompostierung
Werden die biogenen Abfälle für die Kompostierung gemischt und in größeren Kompostmieten, kurz auch Mieten genannt (siehe Bild) angelegt, spricht man von technischer Kompostierung. Diese hat wie auch der Hobbykompostierer mehrere Grundregeln einzuhalten. Die erwünschten Mikroorganismen, Pilze und Kleintiere leben und gedeihen hauptsächlichen in einem Umfeld, in dem Sauerstoff ausreichend vorhanden ist. Das gekonnte Durchmischen zu Beginn der Kompostierung und das richtige Aufsetzen, sowie die regelmäßige Kontrolle und Pflege des zu kompostierenden Materials sind somit die unabdingbaren Voraussetzungen zum Erfolg.
 
Nasse Abfälle wie sie oft aus der Biotonnen-Sammlung zur Kompostierung gelangen, werden mit grobem Material wie Strauchschnitt gemischt. Dadurch entstehen in der Miete Hohlräume und Gänge durch die Luft und somit Sauerstoff zirkulieren können. Durch regelmäßiges Wenden des Materials, auch Umsetzen genannt, werden die zusammensackenden Hohlräume wieder neu geschaffen, die Miete oder der Komposthaufen im Garten werden dadurch belüftet. In der technischen Kompostierung werden auch Belüftungssysteme (Druck- und Saugbelüftung) eingesetzt.
 
In den Kompostanlagen vollzieht sich der Abbauprozess der organischen Substanzen (Proteine bzw. Eiweißstoffe, Fette, Wachse, Öle, Kohlehydrate etc.) durch die kontrollierten und gesteuerten Bedingungen sehr rasch und läuft schon kurze Zeit nach dem Aufsetzen auf Hochtouren. Dabei kann es zu Temperaturen um die 70 °C kommen. Solange diese Erhitzung über einen ausreichend langen Zeitraum gehalten wird, gewährleistet sie, dass Krankheitskeime und Unkrautsamen absterben. Diesen Prozess verursacht nicht nur die Hitze direkt, sondern auch die durch Pilze entstehenden Antibiotika.
 
 Die Mikroorganismen vermehren sich, sie bauen die vorhandenen Substanzen in ihre Zellen ein, sie atmen, sie leben. Dabei entweicht wie beim Menschen Wärme, CO2 (Kohlendioxid) und Wasserdampf. Die Zusammensetzung der Gesellschaften von Mirkroorganismen und Pilzen verändert sich je nach dem Stadium in dem sich das Material befindet. Es durchläuft bestimmte Rottephasen. Immer wieder entstehen dabei innerhalb des aufgeschütteten Materials auch Zonen in denen Sauerstoff kaum oder gar nicht verfügbar ist. Auch in diesen Zonen leben Organismen, die für die dort vorherrschenden Bedingungen angepasst sind.
 
In Gebieten mit hohem Niederschlagsaufkommen müssen Kompostierer darauf achten, dass die Kompostmiete nicht „absäuft“. Das gilt wiederum genauso für den Hobbygärtner als auch für den Anlagenbetreiber. Saugt sich das Rottegut mit Wasser an, hat der freie Sauerstoff keinen Platz mehr. Wasser verdrängt Luft. Außerdem können wertvolle Nährstoffe ausgeschwemmt werden, die dann im fertigen Kompost fehlen. Zur Vermeidung dieses Absaufens verwenden Anlagenbetreiber verschiedene Abdeckungen (z.B Vliese), die auch für den Kleinkompostierer erhältlich sind. Letzterer sollte aber zusätzlich beim Aufsetzen des zu kompostierenden Materials darauf achten, den Fuß des Komposthaufens mit ausreichend grobem Strukturmaterial wie Zweigen und grobem Häckselgut aufzubauen. Hier bieten Kompostierbehälter für den Garten Abhilfe, die aber am Ende ihrer Lebensdauer aufwendig entsorgt werden müssen.
 
Am Ende der Kompostierung steht der Kompost. Er besitzt einen höheren Anteil an pflanzenverfügbaren Nährelementen als gewöhnliche Erde und zeichnet sich in der Regel wegen seines Humusgehaltes durch eine hohe Wasserspeicherkapazität aus. Deshalb verwendet man ihn zur Bodenverbesserung und als Ersatz von mineralischen Düngern.