Alternativer Energieträger
Biogas ist ein Gemisch aus den Hauptkomponenten Methan, Wasserstoff, Kohlenstoffdioxid und Schwefelwasserstoff. Es entsteht bei der anaeroben (sauerstofffreien) Vergärung von organischem Material.
Als Ausgangsstoffe für die technische Produktion von Biogas eignen sich 1. vergärbare, biomassehaltigen Reststoffe wie Klärschlamm, Bioabfälle bzw. Speisereste, 2. Wirtschaftsdünger (Gülle, Mist) oder 3. gezielt angebaute Energiepflanzen. Dabei stellt die Landwirtschaft mit 2. und 3. das größte Potenzial für die Produktion von Biogas. Je nach Herkunft kann man auch nach Klärgas (aus Kläranlagen), Deponiegas (aus Deponien) und Biogas (aus Biogasanlagen) unterscheiden.
Im Falle der unkontrollierten Entstehung durch natürliche Prozesse und der ungenutzten Entweichung in die Atmosphäre - aus Gewässern, Mist, Reisfeldern und tierischen Quellen wie Rinderpansen - nennt man das Gas im allgemeinen Faulgas oder Sumpfgas.
Biogas enthält stets auch ungewünschte Bestandteile wie Schwefelwasserstoff, der ihm vor der technischen Nutzung entzogen wird. Biogas wird als Brennstoff für Blockheizkraftwerke zur Stromerzeugung oder zu Heizungszwecken genutzt. Vermehrt könnte es in Zukunft auch als Treibstoff verwendet oder in standardisierter Qualität direkt in das lokale Erdgasnetz eingspeist werden.
Bei der Verstromung des erzeugten Biogases entsteht Abwärme (Motorenwärme). Diese Energie kann ebenfalls hauptsächlich betriebsintern genutzt werden. Der Energiegehalt in Biogas ist direkt vom Methangehalt abhängig. Methan (CH4 hat beispielsweise einen Energiegehalt von 9,94 kWh / m3 . Angenommen der Methangehalt in Biogas liegt bei 60%, so beträgt der energetische Nutzen von einem Kubikmeter Biogas etwa 6 kWh. Das entspricht einem Heizwert von 0,6 l Heizöl oder 0,6 m3 Erdgas.