40 Jahre Normungsarbeit für die biologische Abfallbehandlung und –verwertung

40 Jahre Normungsarbeit für die biologische Abfallbehandlung und –verwertung

Erstellt von Silke Pöstinger in News 13 Feb 2018

Die Normung im Komitee 199 „Biologische Abfallbehandlung und -verwertung“ ist fixer und wichtiger Bestandteil der Definition des „Standes der Technik“ seit den Anfängen der Müllkompostierung Mitte der 1970er Jahre.

 

Ursprünglich waren es drei Normen, die es erlaubt haben „Müllkompost“ mit entsprechender Rechtssicherheit in Verkehr zu bringen. Untersuchungsmethoden, Qualitätsanforderungen und Anwendungsrichtlinien wurden gemeinsam mit Experten von Landesregierungen, Landwirtschaftskammern und Untersuchungsanstalten erarbeitet um den ersten „Kompostierern“ die Möglichkeit zu bieten Kompost in Verkehr zu bringen. Im Laufe der Jahre wurden die Bereiche, die genormt wurden, ausgedehnt auf zB. die technische Ausstattung von Kompost- und Biogasanlagen, auf geeignete Abfälle aus der getrennten Sammlung zur Herstellung von hochwertigem Kompost.

Arbeitssitzung ÖNORM Komitee 199 im KBVÖ Büro

 

2001 waren die vorhandenen Normen ein Grundstein für die Kompostverordnung. Das Erscheinen der Kompostverordnung war jedoch nicht das Ende der Normung, weil es genügend Betätigungsfelder gab, die sich weiterentwickelt haben bzw. die durch die Kompostverordnung nicht abgedeckt wurden. So gelang es zB durch die „Kulturerden“-ÖNORM ein Regelwerk zu schaffen, das es ermöglichte Blumenerden herzustellen, die Kompost mit Ausgangsmaterial aus der Biotonne enthalten. Dies war für Kultursubstrate im Rahmen der Düngemittelvorordnung lange nicht möglich, weil nur Kompost aus dem „Grünflächenbereich“ verwendet werden durfte. Durch die lange, gemeinsame Arbeit an den ÖNORMEN „Kultursubstrate“, „Kulturerden“ und „Komposterden“ ist es gelungen alle Komposte außer Klärschlammkompost auch in der „Kultursubstratnorm“ bzw. in der Düngemittelverordnung zu verankern.

 

Dadurch wurde die „Kulturerden“-Norm überflüssig und sie wurde in der letzten Sitzung des ONK zurückgezogen. Um auch Klärschlammkompost weiter über Mischungen in Verkehr bringen zu können wird die „Komposterden“-Norm geringfügig überarbeitet und um weitere Qualitätskriterien ergänzt. Aktuell werden die Normen für „Untersuchungsmethoden für Kompost“, „Qualitätssicherung für Kompostanlagen“, „Geeignete Inputmaterialien für die Kompostierung“ und „Luftgetragene Emissionen aus biologischen Abfallbehandlungsanlagen“ überarbeitet. Die Arbeiten an der ÖNORM „Technische Ausstattung für Kompostanlagen“ wurden im Jänner abgeschlossen und die neue ÖNORM S 2205 erscheint demnächst.

 

Ziel der laufenden Arbeiten an den Normen ist die umfassende Beschreibung des aktuellen „Standes der Technik“, der im Falle einer Novellierung der Kompostverordnung wiederum als ein Grundstein dienen kann. Sollte es gelingen einzelne Kapitel einer „Kompostverordnung neu“ sehr schlank zu halten und durch die Zitierung von Normen zu regeln kann zukünftig schneller auf neue Entwicklungen bei der biologischen Abfallbehandlung reagiert werden.

 

Die Kompostverordnung ist jetzt seit nunmehr fast 20 Jahren in Kraft. Die Praxis zeigt, dass sie ein wichtiger Meilenstein für die Kompostwirtschaft war. Der Zeitpunkt ist jedoch gekommen, wo aktuelle Erkenntnisse im Zuge einer Novelle einfließen sollten. Nicht zuletzt wäre es wünschenswert, dass die freiwillige Qualitätssicherung, die jedes KBVÖ-Mitglied auf sich nimmt, entsprechend honoriert wird.

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